Die Abtei Montecassino
Basilika Cathedrale

Presbyterium


Über eine kleine Treppe steigen wir zum Presbyterium hinauf.

Über dem Altar erhebt sich die Kuppel, die einst im Jahre 1603 von O. Torriani entworfen und im Laufe des 17. Jahrhunderts von B. Corenzio mit Fresken ausgemalt wurde. Die heutigen Fresken stammen von dem Maler P. Annigoni und wurden i. J. 1982 geschaffen. Sie zeigen

  • Hl. Benedikt, wie er aus dem Fenster des römischen Turmes schaut;
  • wie er den Ort für das Begräbnis seiner Schwester Scholastika festlegt (links);
  • wie er im Augenblick seines Todes von den Mönchen aufgerichtet und gestützt wird (rechts);
  • Vorn sieht man die Schutzpatrone der Basilika, die auferstandene Mutter Gottes mit dem heiligen Johannes dem Täufer und dem heiligen Benedikt.
In den Medaillons, die sich mit den Fenstern des Tambours abwechseln, finden sich Abbildungen heiliger Ordensgründer, die die benediktinische Ordensregel dem eigenen Orden zugrundegelegt haben:
  • der hl. Romualdo, der Gründer des Kamaldulenser Ordens,
  • der hl. Sylvester, auf den die Sylvestriner zurückgehen,
  • der hl. Odo von Cluny,
  • der hl. Robert der Zisterzienser,
  • der hl. Wilhelm von Montevergine,
  • der hl. Alferius der Cavenser,
  • der hl. Johannes Gualbert von Vallombrosa,
  • der hl. Bernhard Tolomei vom Monte Oliveto.
In den darunterliegenden Zwickeln sind Allegorien der Gelübde zu sehen, die die Mönche ablegen:
  • die Keuschheit, die eine Lampe in der Hand trägt,
  • die Festigkeit, die mit einem Anker und einer Säule dargestellt ist;
  • gegenüber davon die Armut, die sich ans Kreuz lehnt und das Geld fallen läßt und schließlich;
  • schließlich der Gehorsam, der als Horchender zu sehen ist (die ursprüngliche Zeichnung befindet sich im Museum).
An der linken Wand lehnt das Grabmal (aus dem Jahre 1539) Piero de' Medicis des Sohnes von Lorenzo dem Prächtigen und Bruders von Papst Leo X., der als Kardinal Abt und letzter Inhaber einer Kommende, nämlich der von Montecassino, war. Piero, der weltliche Regent des Herrschaftsgebietes von Cassino, ertrank im Jahre 1503 im Garigliano-Fluß, während er vor dem spanischen Heer floh, das den Franzosen den Thron des Königreiches Neapel streitig machte.

Die Arbeiten für das Grabmal wurden von Papst Clemenz VII. in Auftrag gegeben: der Entwurf stammt von Antonio da Sangallo, während die beiden Statuen, die den heiligen Peter und den heiligen Paul zeigen, von Francesco da Sangallo stammen. Die Relief des Sockels mit den Geschichten der beiden Apostel sind das Werk des neapolitanischen Bildhauers Matteo Quaranta (16. Jh.).

Gegenüber findet sich die Kapelle der Barmherzigkeit: auf dem Altarbild ist eine Grablegung zu sehen, die dem Maler F. Solimena (18. Jh.) zugeschrieben wird, zur Linken davon das Gemälde "Jesus betend im Garten" von N. Melanconico aus dem 18. Jh. Rechts davon eine anonyme Geißelungsszene aus dem 17. Jh.

Die Kapelle zur Rechten ist der auferstandenen Jungfrau Maria geweiht und weist die ursprünglichen Barockelemente auf. Das Gemälde auf dem Altar, das einzige, das nicht der Zerstörung zum Opfer gefallen ist (im Museum findet sich der Entwurf), ist ein Werk P. De Matteis aus dem 18. Jahrhundert, wohingegen das Bild mit der Heiligen Familie von G. Marullo stammt (auch dieses aus dem 18. Jh.). Ebenfalls aus der neapolitanischen Schule des 18. Jahrhunderts stammt das Bild von Mariä Verkündigung. In den Hochreliefs aus Marmor sind Heilige, Gelehrte und Mariologen dargstellt, die Mönchsorden angehören:

  • der hl. Idelfonso von Toledo;
  • der hl. Bruno, der Abt von Montecassino und Bischof von Segni;
  • Hl. Anselm von Canterbury,
  • der hl. Pier Damiani,
  • der hl. Bernhard,
  • der selige Ermanno Contratto, den man für den Verfasser des Kirchenliedes Salve Regina (Sei gegrüßt, Königin) hält.
An der Wand des Presbyteriums findet sich die Grabplatte Guido Fieramoscas, des Bruters von Ettore Fieramosca, die dessen Ehefrau Isabella Castriota aus dem Hause Scandeberg (Albanien) errichten ließ. Die Skulpturen, besonders die des Toten (1536), stammen von G. Merliano aus Nola, wie auch die beiden Statuen, die den heiligen Basilius und den heiligen Hieronymus darstellen. Die Fresken mit den Engeln sind das Werk S. Ieraces aus dem 16. Jahrhundert.


Bilder die auf dieser Seite zur Verfügung stehen:

Monumentales Grabmal
Grabmal von Piero de' Medici (400x460, 118K)
Kapelle des Barmherzigkeit
Altarbild mit Grablegung zu sehen die dem Maler F. Solimena (18. Jh.) (379x418, 99K)
Kapelle des Jungfrau Maria
(457x416, 127K)
Dome of the Basilica Cathedral
(483x461, 148K)
Obedience
Particular of the spandrel representing the Obedience (445x497, 141K)


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